HerrHohlbein

Herr Hohlbein

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Die Hansestädte: Hamburg, Lübeck, Bremen als Zentren des Reisens und Handels

Quellen: Brockhaus; Meyers Lexikon; Stand: ca. 1890


Die drei freien Hansestädte

Hansestädte waren Städte, welche zum alten Hansabund gehörten. Jetzt sind es die drei Städte Hamburg, Bremen und Lübeck. Nach dem Niedergang des Hansebundes blieben diese drei Städte als freie Hansestädte unabhängig. Es war kein Leben mehr in den toten Körper zu bringen, und nur einem günstigen Geschick ist es zuzuschreiben, dass wenigstens Lübeck, Bremen und Hamburg, welche den Bund freilich mehr dem Namen nach als durch einmütiges Streben noch eine Zeitlang repräsentierten, ihre Unabhängigkeit bewahrten.


Lübeck: Die Königin der Hanse

Die freie Hansestadt Lübeck, einst Haupt des Hansabundes, an der Mündung der Wackenitz in die Trave gelegen, bildete den Knotenpunkt für die Verkehrsstraßen des nordischen Europas. Der Friede von Stralsund 1370 gab der Hanse die Herrschaft des Sundes, die Schlüssel zur Ostseeherrschaft, in die Hand.

Von Wisby wurde der Verkehr mit Rußland bewerkstelligt, und seit der Ansiedlung in Nowgorod hatten die Deutschen auch hier ihr eigenes Recht, ihre Handelsordnung und Gemeindekasse.


Hamburg: Die Weltstadt des Nordens

Hamburg, eine freie und Hansestadt als Bundesstaat des Deutschen Reiches, hatte um 1890 einen Flächenraum von 413,71 Quadratkilometern. Die Gesamtbevölkerung betrug 622.530 Einwohner, davon waren 571.502 evangelisch, 23.444 katholisch und 17.877 israelitisch.

Der größte und zusammenhängende Teil des hamburgischen Gebietes war nördlich der Elbe belegen. Hamburg war Tor zur Welt mit dem größten deutschen Hafen, einem Eisenbahnknotenpunkt und reicher kultureller Bedeutung.


Bremen: Die Stadt an der Weser

Bremen war neben Hamburg und Lübeck eine der bedeutendsten Hansestädte. Die Hansestädte Hamburg, Lübeck und Bremen wurden 1810 von Napoleon annektiert, aber nebst Frankfurt am Main vom Wiener Kongreß als Freie Städte anerkannt.


Der Aufstieg und Fall der Hanse

In der Blütezeit der Hanse reichten deren Verkehrslinien vom äußersten Norden bis nach Italien, vom Inneren Rußlands bis an den Atlantischen Ozean. Noch 1551 war der deutsche Handel in England so begünstigt, dass durch die Hansen 44.000 Stück englische Tücher, durch die Engländer selbst deren nur 1.100 ausgeführt wurden.

Einzelne Versuche der englischen Regenten, diesem Missverhältnis ein Ende zu machen, hatte die Hanse stets ihre Macht entgegengesetzt. Die Königin Elisabeth trat zuerst mit der Forderung einer Gleichstellung der Eingesessenen mit den Hansen auf.


Die Kontore: Zentren des internationalen Handels

Ihr Hauptsitz war der Stahlhof in London. Hier wurden an jedem Neujahrsabend der Alderman mit zwei Beisitzern und den Neunern in der Art gewählt, dass jede Stadt gleichmäßigen Einfluss ausübte. In Nowgorod hatte der Handel der Deutschen mit Rußland seinen Mittelpunkt.


Die Hanse-Reiserouten

Der Handel erstreckte sich in viele Richtungen. Nach England exportierte man Tuche und Wolle. Skandinavien lieferte Hering, Kupfer und Eisen. Aus Rußland kamen Pelze und Wachs. Die Niederlande brachten Gewürze und Seide. Aus Italien bezog man Wein und Olivenöl.

Der anfangs zu Lande bewerkstelligte Verkehr mit Nowgorod wurde später durch Schiffe unterhalten, die sich jährlich zweimal in Wisby zur gemeinschaftlichen Fahrt nach Osten versammelten.


Hamburg und das Reisen

Hamburg war Tor zur Welt. Dampfschiffahrt ab Hamburg ermöglichte Transatlantikreisen nach New York, Weltreisen nach Asien und europäische Verbindungen in alle Richtungen.


Lübeck und der Ostseehandel

Lübeck war Haupt des Hansabundes. Der Friede von Stralsund 1370 gab der Hanse die Herrschaft des Sundes.


Das Ende der Hanse

Auf dem letzten Hansetag zu Lübeck 1630 erfolgte ihre förmliche Lossagung. Umsonst erteilte Leibniz den Rat, die Kommerzien durch Restabilierung der Hansestädte wieder aufzurichten. Napoleon verleibte 1810 die Hansestädte dem Kaiserreich ein. Das Kontinentalsystem erreichte dadurch seinen Höhepunkt.

Als die Wiener Kongreßakte den Hansestädten in Anerkennung ihrer regen Beteiligung an dem Befreiungskampf ihre Unabhängigkeit garantierte, erneuerten sie ihr hanseatisches Bündnis.


Hamburg als modernes Reisezentrum um 1890

Nach der Verfassung vom 13. Oktober 1879 waren die Träger der Staatsgewalt der Senat und die Bürgerschaft. Der Senat bestand aus 18 Mitgliedern, von denen die Hälfte Juristen sein und sieben von den andern neun dem Kaufmannsstande angehören mussten. Ein erster und zweiter Bürgermeister, jährlich vom Senat in geheimer Abstimmung gewählt, präsidierten den Senatsversammlungen.


Reisezeiten: Hamburg in die Welt

Per Dampfschiff ab Hamburg dauerte die Reise nach New York 2 bis 3 Wochen, nach Brasilien 3 bis 4 Wochen, nach Asien über Suez 4 bis 6 Wochen, nach Australien 6 bis 8 Wochen.

Per Eisenbahn ab Hamburg brauchte man nach Berlin 4 bis 5 Stunden, nach Bremen 2 Stunden, nach Lübeck 2 Stunden, nach München 10 bis 12 Stunden.


Die Hanse heute

Die Idee der Hanse lebt weiter in den historischen Stätten in Lübeck als UNESCO-Welterbe, in den Handelsbeziehungen zwischen ehemals Hansestädten und im kulturellen Erbe des Hansebundes.


Quellen: Brockhaus, Meyers Lexikon, ca. 1890; Stand: 2026