HerrHohlbein

Herr Hohlbein

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Die Geschichte der Reiseversicherung: Von der Seeversicherung zur Reiseunfallversicherung

Quellen: Brockhaus; Meyers Lexikon; Stand: ca. 1890


Die Anfänge: Seeversicherung

Die älteste Reiseversicherung

Die Versicherung für Reisende begann mit der Seeversicherung, dem Schutz gegen die Gefahren der Seeschiffahrt. Seeversicherung oder Transportversicherung zur See ist die Versicherung gegen die Gefahren der Seeschiffahrt.

Gegenstand eines Seeversicherungsvertrags kann jedes in Geld schätzbare Interesse sein, welches jemand daran hat, dass ein Schiff oder eine Ladung erhalten bleibt.

Die Seeversicherung entwickelte sich aus Reisegemeinschaften von Kleingewerbetreibenden, Karawansereien für Händler auf Karawanenwegen, und Gemeinschaften von Seeleuten, der sogenannten Seegemeinschaft des Reeders.


Transportversicherung

Bei der Transportversicherung ist ein Schiff oder eine Ladung versichert. Der Spediteur haftet für die Güter und ist nur bei Auftrag zur Versicherung verpflichtet.

Die Prämien hingen ab von der Strecke mit gefährlichen Routen und höheren Prämien, der Jahreszeit mit Sturmzeit und höheren Prämien, und der Art der Ware mit Wert und Haltbarkeit.


Reiseunfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung ab 1884

Mit dem Unfallversicherungsgesetz von 1884 wurde in Deutschland eine neue Ära eingeläutet. Arbeiter sind durch das Reichsgesetz vom 8. Juli 1883, das Krankenversicherungsgesetz, gegen die Folgen von Unfällen zu versichern.

Die drei Säulen der Sozialversicherung um 1890 waren die Krankenversicherung durch das Krankenversicherungsgesetz von 1883, die Unfallversicherung durch das Unfallversicherungsgesetz von 1884, und die Invaliditäts- und Altersversicherung durch das Invaliditätsversicherungsgesetz von 1889.

Policen auf den Lebensfall wie Aussteuerversicherung und Altersversorgung sowie Versicherungen auf Tod durch Unfall bei Reisen und im Beruf, beim Kriegs- und Seedienst waren üblich.


Statistik: Unfälle im Verkehr

Eisenbahnunfälle in Preußen um 1890

Die Eisenbahnunfälle betrugen 1888/89 insgesamt 3.517. Dabei wurden 46 Personen getötet und 217 verletzt. Auf eine Million Reisende kamen 0,09 Getötete und 0,44 Verletzte.


Private Reiseversicherungen

Frühe Formen

Bereits im 19. Jahrhundert gab es private Versicherungen für Reisende: Lebensversicherung mit Reise-Rider, Unfallversicherung für Geschäftsreisende, und Krankenversicherung für Langzeit-Reisende.


Auswanderer und Versicherung

Es wanderten ein 1681 bis 1685 durchschnittlich 14.268 Personen. Zwischen 1821 und 1892 wanderten insgesamt 16.837.883 Menschen in die USA ein.

Für Auswanderer gab es spezielle Risiken wie Seenot und Schiffbruch, Seuchen an Bord, Überfüllung der Schiffe und Rückführung bei Ablehnung in Amerika.


Die Rolle der Konsulate

Die Konsulate haben die besondere Aufgabe, für den Schutz des Handels und der Schiffahrt sowie der persönlichen und Vermögensinteressen der Unterthanen tätig zu sein. Sie halfen bei Notlagen im Ausland, Streitigkeiten mit lokalen Behörden, Rückführung bei Krankheit und Nachlassangelegenheiten verstorbener Reisender.


Fazit: Die Entwicklung der Reiseversicherung

Im Mittelalter gab es Gemeinschaften von Händlern. Im 17. und 18. Jahrhundert entstanden erste private Seeversicherungen. Im 19. Jahrhundert kam die Eisenbahnunfall-Versicherung auf. 1884 wurde die gesetzliche Unfallversicherung in Deutschland eingeführt. 1890 gab es umfassende private Reiseversicherungen.


Quellen: Brockhaus, Meyers Lexikon, ca. 1890; Stand: 2026